Vom Japonismus zur Japanimation

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, als das sich modernisierende Japan viele westliche Kulturelemente aufnahm, wurde - neben anderen Faktoren - auch durch den künstlerischen und kulturellen Einfluss Japans auf Europa (und die USA) die Revolution des Sehens in der westlichen Kunst eingeleitet. Dieses Phänomen zeigt, wie produktiv und innovativ Kunst und Kultur sich gegenseitig transformiert können. Seitdem sind japanische Kulturelemente zu einem Teil der modernen europäischen Kultur geworden, und viele kulturelle Elemente aus Europa und Amerika werden von Japanern als Teil ihrer eigenen Kultur empfunden.

Zur Jahrhundertwende zum 21. Jahrhundert wird nun die japanische Populärkultur wie Manga, Anime und Fernsehserien in vielen Ländern der Welt besonders von jungen Leuten mit großer Begeisterung aufgenommen; viele Jugendliche und junge Erwachsene empfinden sie als ihre eigene Kultur und erleben sie auch als solche. Diese japanische Populärkultur mit weltweiter Wirkung entstand allerdings nicht nur aus der japanischen Kulturtradition, sondern auch unter einem starken Einfluss der amerikanischen Kultur. Japanische populärkulturelle Produkte motivieren die Rezipienten in anderen Ländern zur Kreation ihrer eigenen Ausdrucksformen. Heute werden Anime (bzw. japanimation), Zeichentrickfilme im japanischen Stil, in vielen Ländern aufgegriffen, und es werden eigene Produktionen in diesem Stil geschaffen.

Diese lebendigen und produktiven kulturellen Wechselbeziehungen machen deutlich, dass kulturelle Differenzen und Diversität nicht zu Abgrenzungen und Ausschließungen, sondern in einem grenzüberschreitenden Kulturereignis zur Entstehung einer neuen Kultur führen können.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts für Modernes Japan, Heinrich­Heine-Universität Düsseldorf, und des Goethe-Museums Düsseldorf.

Koordination:
Prof. Dr. Dr. h.c. Michiko Mae
Institut für Modernes Japan
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/oasien/

Kontakt:
Dr. des. Julia Siep
Tel. 0211/81-14709
Julia.Siepephil.uni-duesseldorf.de
Internet: tokyo-duesseldorf.de


Programm zum Symposium „Vom Japonismus zur Japanimation"

am 20. Mai 2011 im Goethe-Museum Düsseldorf

09:30 Uhr - 10:00 Uhr

Begrüßung:    Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen (Goethe-Museum Düsseldorf) Prof. Dr. Dr. h.c. Michiko Mae (Institut für Modernes Japan, Universität Düsseldorf)
Grußwort:   Rektor Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper (Universität Düsseldorf)

TEIL I: GRUNDLAGEN (Moderation: Prof. Dr. Dirk Matejovski, Institut für Medien- und Kulturwissenschaft, Universität Düsseldorf)

10:00 Uhr - 11:00 Uhr: Orientalismus im Japandiskurs und transkulturelle Realität in Kunst und Populärkultur (Michiko Mae, Universität Düsseldorf)
11:00 Uhr - 11:30 Uhr: Pause
11:30 Uhr - 12:30 Uhr: Cross Cultural Negotiations: Japan as Fantasy and Reality in the Western
Imagination (Susan Napier, Tufts University)
12:30 Uhr - 14:00 Uhr: Mittagspause

TEIL II: JAPONISMUS (Moderation: Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, Institut für Kunstgeschichte, Universität Düsseldorf)

14:00 Uhr - 15:00 Uhr: Von Blumenbeeten und Bronzestörchen - wie im Japonismus Gärten japanisch wurden (Christian Tagsold, Universität Düsseldorf)
15:00 Uhr - 16:00 Uhr: Die Maler des Jungen Rheinlandes und Japan (Claudia Delank, Köln)
16:00 Uhr -16:30 Uhr: Pause

TEIL III: JAPANIMATION (Moderation: Prof. Dr. Roger Lüdeke, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Universität Düsseldorf)

16:30 Uhr - 17:30 Uhr: Doch zu cool für Japan? Einige Gedanken zu den Grenzen mangaesker Virtualität (Stephan Köhn, Universität Erlangen)
17:30 Uhr - 18:30 Uhr: ,Japanimation' am Ende? Populärkulturelle Studien nach „Cool Japan" (Steffi Richter, Universität Leipzig)