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Begegnung mit dem Fremden - Frühe Orientbilder im 17.-19. Jahrhundert |
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Wann empfinden wir das Fremde als Faszinosum, wann als Bedrohung? Welchen Einfluss hat die Konfrontation mit dem Neuen, dem Anderen auf die eigene kulturelle Identität? In welcher Weise kann Kultur einen Prozess wechselseitiger Annäherung initiieren bzw. vorantreiben? Wie vermittelt man eine unvoreingenommene Haltung gegenüber dem Fremden und eine Wertschätzung von Vielfalt, die als Potenzial erkannt wird? |
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Diesen Fragen hat sich der AsKI seit 200B innerhalb eines 5-Jahres-Programms zum Thema „Toleranz und Integration" gestellt und versucht, sie im Rahmen von mehreren Veranstaltungen - Vorträgen mit Podiumsdiskussion, einer Fachtagung und nun einer Ausstellung - zu beantworten. Die Reihe will dazu beitragen, das Bewusstsein für eine Vielfalt zu schaffen, die aus der wechselseitigen Anerkennung von Unterschieden erwächst. Die aktuelle AsKI-Gemeinschaftsausstellung „Begegnung mit dem Fremden. Frühe Orientbilder im 17.-19. Jahrhundert" möchte veranschaulichen, in welchem Umfang durch Auseinandersetzung mit einer fremden, nah- und fernöstlichen Kultur damals eine Bereicherung der eigenen stattgefunden hat: Faszinosum statt Bedrohung. |
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Die Ausstellung gliedert sich in drei Kabinettbereiche: - Begegnungen, ermöglicht durch Reisen in den Orient, durch den Dialog verschiedener Religionen in der Fremde, durch archäologische Forschungen und Ausgrabungen; - Inspirationen, ausgelost durch die Beschäftigung mit orientalischer Kunst und Kultur als Anregung für das eigene künstlerische Schaffen,- - Orient-Mode, widergespiegelt in den Chinoiserien der vornehmen Adelsgesellschaft - Delfter Fayence, Meißner Porzellan, Fächer mit asiatischen Motiven -, aber auch in den „Muselmanen in Gebäcken" der,einfachen Leute' |
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Adam Olearius, Carsten Niebuhr und andere Orient-Reisende |
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Adam 0learius, Viel Vermehrte Moscowitische und Persianische Reisebeschreibung wie auch Mandeslo u. Anderßen nebenst ändern von Adam Olearius ausgegebene |
Die Reise der holsteinischen Gesandtschaft (1633-1639) führte über Moskau in die persische Hauptstadt Isfahan. Die Exkursion unter der Leitung des Hamburger Kaufmanns Otto Brüggemann und des Juristen Philipp Crusius sollte für Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf die Möglichkeiten erkunden, über Russland in den Seidenhandel mit Persien einzutreten. Der enorme Erfolg anderer Länder im Handel mit Persien ließ Friedrich III. auf große Gewinne hoffer. Als Gesandtschaftssekretär begleitete der Theologe Adam Olearius die Reise. Eine seiner Aufgaben war es, nach Abschluss der Expedition ausführlich über den Reiseverlauf, die bereisten Länder und die fremden Sitten zu berichten. Dies tat er mit so großem Interesse an den fremden Kulturen, dass er aus der wirtschaftlich wirkungslosen Reise einen kulturhistorischen Erfolg machte. Die 1647 veröffentlichte Reisebeschreibung zeichnete ein auf Objektivität gerichtetes Bild der Länder und Menschen, die bis dahin in Europa eher fremd und mit Vorurteilen behaftet waren. 1656 legte Olearius eine noch ausführlichere Ausgabe vor, in der er eine präzise Messung des Wolgalaufes veröffentlichte. Auch bestimmte er die Lage des Kaspischen Meeres neu. Diese Ausgabe, die mehrfach nachgedruckt und ins Engfische, Französische und Niederländische übersetzt wurde, blieb noch bis ins 19. Jahrhundert hinein das Standardwerk für Persien- und Russlandreisende. Auch andere Reisende erkundeten den Orient und berichteten darüber: so z.B. der deutsche Mathematiker und Kartograf Carsten Niebuhr Arabien, Philippus Baldaeus die südindische Malabaren-Küste sowie der französische Botaniker Joseph Pitton de Tournefort im Auftrag von König Ludwig XIV. die Levante.
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Die Dänisch-Hallesche Mission in Tranquebar, Indien Franckesche Stiftungen, Halle |
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Winckelmann und der Orient | Winckelmann-Gesellschaft e.V. mit Winckelmann-Museum, Stendal |
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Johann Joachim Winckelmann Description des pierres gravées du feu Baron de Stosch, dessinée [...] et gravée [.„] par Johann Adam Schweickart Staatsbibliothek Berlin |
Bis ins 18. Jahrhundert hatte man in Westeuropa kaum eine konkrete Anschauung von der Kunst des Orients. Obwohl es mit den damals bekannten Denkmälern für Winckelmann schwierig, ja beinahe unmöglich war, tiefer in die Kunst der verschiedenen Kulturen einzudringen, behandelte er die Kunst des Orients im zweiten Kapitel seiner „Geschichte der Kunst des Alterthums" unter den Titeln „Von der Kunst unter den Ägyptern" und „Von der Kunst unter den Phöniciern und Persern". Die von ihm festgestellten stilistischen und ikonografischen Eigenheiten erlaubten erstmals eine klare Abgrenzung der persischen von der ägyptischen Kunst. Ebenso unternahm Winckelmann den Versuch, die Kunst der Phönizier zu beschreiben. Da zu seiner Zeit noch keine Ausgrabungen in Sidon und Karthago stattgefunden harten, boten ihm nur einige in Sizilien und Malta gefundene Münzen Anhaltspunkte.
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Die ägyptische Kunst war besser bekannt Reisende wie Richard Pococke (1704-1765) und Frederik Ludwig Norden (1708-1742) hatten ihre Reiseberichte mit Stichen illustriert, die eine Anschauung von der Architektur und Skulptur Ägyptens vermittelten. Auf dieser Grundlage gelang es Winckelmann, erstmals eine stilistische Entwicklung in der ägyptischen Kunst aufzuzeigen. Sein Entwicklungsmodell wurde für die folgenden Generationen verbindlich. Daher gilt er als Begründer der Kunstgeschichte Altägyptens.
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Novalis und das Morgenland, „Vaterland der Menschheit, Sprache und Dichtkunst" |
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Der Orient in der Goethezeit Goethe-Museum, Düsseldorf. |
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Johann Wollgang von Goethe, Eigenhändige Reinschrift des Gedichts „Ginkgo biloba" aus dem „West-östlichen Divon" mit zwei von ihm eigenhändig aufgeklebten Ginkgo-Blättern, 16-15 Goethe-Museum Düsseldorf |
Der Zeitraum von 1770 bis 1830 hat ein geistiges Zentrum in der Gestalt Goethes, der einem neuen Bild der Deutschen als Volk der Dichter, Denker und Musiker zum Durchbruch verhilft. In Goethe verkörpert sich das aufklärerische Universalitätsbewusstsein und die Öffnung hin zum Orient in besonderem Maße. Sein Gedichtband West-östlicher Divan, zuerst 1819 erschienen, vermittelt in den kommentierenden „Noten und Abhandlungen" ein breites, auch den Fernen Osten einschließendes Wissen von der islamisch-persischen Kultur und Religiosität, deren Bedeutung für Goethe in den Versen „Gottes ist der Orient! Gottes ist der Occident!" am Prägnantesten zum Ausdruck kommt. Sich an Gedichte des mittelalterlichen persischen Dichters Hafis anschließend, lässt Goethe die Gemeinsamkeiten sichtbar werden, grenzt Konfliktfelder ein und schafft damit eine Vorbildlichkeit für das 19. Jahrhundert, die in dem Orientalismus etwa in August v. Platens Ghaselen, Friedrich Rückerts Östlichen Rosen, Heinrich Heines Liebesklagen im Buch der Lieder oder in Wilhelm Hauffs Märchenerzählungen zum Ausdruck kommt. Den „jüngeren Freunden des Orients" öffne sich „eine Pforte nach der ändern", schreibt Goethe, und er bietet stellvertretend den Schlüssel für einen Dialog auf Augenhöhe an.
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Goethes Begegnung mit dem Orient ist zudem ein Paradigma moderner, an das Erlebnis gebundener Ästhetik. Der Gedichtzyklus, in Bücher eingeteilt, der ab dem Sommer 1814 entsteht, verdankt sich der Begegnung mit Marianne Jung, bald darauf verheiratete v. Willemer, deren seelische Antwort in dem Sich-Hineinfinden in den Orient-Ton Goethes durch eigene Gedichte ihren Höhepunkt findet.
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Faszination Orient: Mode-Erscheinungen in der Alltagswelt l Museum der Brotkultur, Ulm |
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Begegnung mit dem Fremden. Frühe Orientbilder im 17.-19. Jahrhundert |
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Eine Gemeinschaftsausstellung des Arbeitskreises selbstständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI, in Kooperation mit folgenden Mitgliedsinstituten: Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum, Schloss Oberwiederstedt; Franckesche Stiftungen zu Halle/ Goethe-Museum/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, Düsseldorf; Museum der Brotkultur/Vater und Sohn Eiselen-Stiftung, Ulm; Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig; Winckelmann-Gesellschaft e.V. mit Winckelmann-Museum, Stendal und mit Beteiligung der AsKI-lnstitute Freies Deutsches Hochstift, Frankfurter Goethe-Museum/Goethe-Haus, Frankfurt am Main,- Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg,- Klassik Stiftung Weimar sowie der Stiftung Schloß Friedenstein, Gotha. www.begegnung-mit-dem-fremden.de |
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Arbeitskreis selbstständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI Der AsKI e.V. ist ein Zusammenschluss von derzeit 35 national und international angesehenen, selbstständigen Museen, Kultur- und Forschungseinrichtungen mit gesamtstaatlicher Bedeutung, die in besonderem Maße die kulturelle Vielfalt in Deutschland repräsentieren. Mit seinen Ausstellungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen sowie der jährlichen Verleihung des Maecenas-Preises will der AsKI die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Öffentlichkeit für Kunst und Kultur fördern und auf die Bedeutung privater Kulturförderung hinweisen. Der AsKI e.V. ist Träger der Casa di Goethe in Rom |
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